indecision 2008: the real super-tuesday
Während der eigentliche Super-Tuesday so gar keine Entscheidung brachte, kann dieser Wahl-Dienstag in den USA eine ultimative Entscheidung bringen. Ich erwarte zwar keine Concession-Speech von Clinton im Laufe der Nacht, dafür müsste sie schon einen deutlichen Rückstand in beiden großen Staaten der Nacht (Texas, Ohio) kassieren, aber bei bestimmten Wahlausgängen dürfte der Druck so groß werden, das Clinton im Laufe der Woche ihre Präsidentschaftskandidatur aufgibt.
Was allerdings etwas merkwürdig ist, ist das bis vor ca. einer Woche es noch überall hieß, Clinton müsse sowohl in Texas als auch in Ohio gewinnen. Jetzt aber scheint sie die Erwartungen so runtergeschraubt zu haben, das nur noch eine Stimmenmehrheit in einem der beiden großen Staaten reicht, um weiter zu machen. Etwas detaillierter ist das bei The Caucus zusammengefasst.
Auch wenn Clinton bzw. ihr Team das selbst nicht ganz so optimistisch sieht, gehe ich persönlich heute abend davon aus, das sie in drei der vier Staaten (Ohio, Rhode Island, Texas) die Stimmenmehrheit erhalten wird, auch wenn die Aufholjagd von Obama in Ohio und Texas schon recht beeindruckend aussieht. Ob sich das dann auch auf die Delegiertnstimmen auswirkt kann ich nicht sagen. Zum einen wird der Vorsprung nicht so deutlich sein und zum anderen ist das Wahlsystem ja doch schon von der komplizierteren Sorte.
Und genau aus dem Grund, das Clinton den Vorsprung von Obama bei den Delegierten-Stimmen nicht entscheidend verkürzen kann, bleibt Obama auch der Favorit auf die Nominierung. Denn auch wenn die Super-Delegierten noch das entscheidene Wort zu sagen haben: Ich kann es mir nicht vorstellen, das sie (quasi das Partei-Establishment) jemanden an der Parteibasis vorbei (Obama führt bei Delegierten-Stimmen und auch beim Popular-Vote) nominieren können, vor allem wenn der von der Basis ernannte Kandidat genau diese “Schieberei” als zentralen Punkt in seinem Wahlkampf hat. Mit so einer Nominierung könnten sich die Demokraten, besonders gegen einen recht liberalen Republikaner, so richtig ins Knie schießen. Aber das ist auch nur Spekulation, vll. kommt es heute Nacht ganz anders und Obama führt seine Serie fort, in der er an noch keinem Wahlabend weniger Delegierten-Stimmen bekommen hat als Clinton. Dann dürfte die Sache wirklich gegessen sein.
Falls sich jemand fragt, ob es hier heute abend live gebloggt wird. Die Antwort ist: Nein! Ich werde die untenstehenden Links aber im Laufe des Tages noch erweitern und mir bekannte Live-Blogs hinzufügen.
Und dann noch ein Extra-Kommentar zu Jon Stewart gestern Abend mit Gast Hillary Clinton (Teil 1 und 2). Grandiose Einstiegsfrage :
This election is about judgment, and tomorrow is perhaps one of the most important days of your life. And yet you’ve chosen to spend the night before talking to me. As a host i am delighted, as a citizen freightend. Your response?
Und Antwort(!):
It is pretty pathetic.
Viel mehr bin ich aber immer noch fasziniert davon, das so ein intelligentes Interview auf einem Sender mit dem Namen “Comedy Central” läuft.
Weitere Links:
Gute Zusammenfassung des Wahl-Dienstag bei uswahl2008.de
Stefan Niggemeier über Hillary Clinton in der FAS.
An hour and a half with Barack Obama Extrem überzeugende Wahlempfehlung für Obama von Marc Andreessen
Liveblogging bei Medien, Sport und Politik (ab ca. Mitternacht)
UPDATE: