flashless

Vor ca. drei Wochen habe ich den Flash Player von meinem PC deinstalliert. Gründe dafür gab es zahlreich: Generelle Unzufriedenheit mit Flash (langsam, speicherhungrig, rechenintensiv), Sicherheitsbedenken, keine Zukunft. (Die Occupy Flash-Bewegung, die sich erst nach meinem Entschluss formierte, zählt weitere Gründe auf)

Dank der HTML5-Unterstützung von YouTube, meine (subjektiv empfundene) Hauptquelle von Flash-Content, erwartete ich, dass dieser (im Vorfeld wenig analysierte) Schritt nur bedingt Einschränkungen auf mein Surfverhalten haben würde. Für Notfälle habe ich ja auch immer noch Chrome, der Flash-Unterstützung fest eingebaut hat.

Leider funktionierte es dann doch nicht so reibungslos wie gedacht. Besonders weil YouTube noch die Möglichkeit bietet, Videos ohne HTML5-Unterstützung einzubetten, was leider von vielen Webseiten genutzt wird. Zudem sind nicht wirklich alle YouTube-Videos web-m bzw. .h264-codiert. Gefühlt wechsel ich derzeit für jedes zweite YouTube-Video zu Chrome. Vimeo-Videos schaue ich fast nur in Chrome. Dies gilt auch für die meisten anderen Video- und Audio-Webseiten.

Aber auch sonst ist Flash verbreiteter als ich dachte. Vor allem in der Werbung (Es gibt also auch positives). Überrascht war ich, dass nur der offizielle SCP-Liveticker (hehe) ohne Flash funktioniert, während man bei allen anderen (WN, MZ, westline) vor einer leeren Seite sitzt.

Letztendlich bin kurz davor den Flash Player wieder zu installieren, da dieses ewige URL rumkopieren doch anfängt zu nerven (und ich weiter bei Opera bleiben möchte). Ich hoffe, dass ich Mitte/Ende nächsten Jahres diese Experiment erfolgreicher durchführen kann. Und dann auch für immer, denn letztendlich kann Flash nur verlieren. Es gibt gute Alternativen und wenn ich als Entwickler für Mobile eh auf Flash verzichten muss, warum sollte ich es dann wieder für Desktop einsetzen.

louis ck

Ein kurzer Programmhinweis: Für 5$ (= 3,79€) kann man sich derzeit bei louisck.net eine 1-stündige Show des US-Comedians Louis C.K. herrunterladen.

No DRM, no regional restrictions, no crap. You can download this file, play it as much as you like, burn it to a DVD, whatever.

Zwei Gründe warum ich hier darauf hinweise:

1. Solche Vertriebsmodelle sind unterstützenswert. Sicherlich profitiert Louis C.K. hier von seiner Popularität, aber sowas kann/sollte auch als Vorbild dienen. Der Nutzer wird ernstgenommen (kein DRM) und auch der Preis ist realistisch im Vergleich zum restlichen Entertainmentangebot (0,79 € für Angry Birds etc.). Zudem ist es direktes Feedback an den Künstler, das er in die Planung seiner nächsten Projekte einfließen lassen kann (Louis C.K. dazu).

2. Natürlich empfehle ich einen Künstler nicht nur wegen seines Vertriebsmodell, sondern auch weil er wirklich gut ist. Louis C.K. würde ich als einen amerikanischen Hagen Rether bezeichnen. Mehr Sex und weniger Politik, aber genauso schonungslos mit der Wahrheit über unsere gesättigte Gesellschaft. Ein schönes Beispiel dafür ist der Auftritt bei Conan O’Brien. Seine TV-Serie “Louie” gehört zu den besten Serien diesen Jahres.

information management II

Das (Erste Welt-)Problem ist klar: Nicht immer erhält man Informationen zum optimalen Zeitpunkt. Kleine Informationen, wie z.B. die Ankündigung eines neuen die ärzte-albums, nimmt man sofort auf und notiert sie sich gegebenenfalls. Problematisch sind komplexere Inputs, wie eine Empfehlung eines lesenswerten längeren Artikels oder aktuelle Nachrichten (z.B. Eurokrise), deren Bedeutung man nicht sofort versteht und erst Hintergründe dazu nachlesen muss. Vermutlich überfliegt man in einer kurzen Pause gerade nur seine Twitter-Timeline und hat für mehr gerade keine Zeit. Zusätzlich möchte man vielleicht auch etwas zurückgeben und seine eigenen Empfehlungen weitergeben.

Über die letzten Wochen hat sich bei mir dank mehrerer Tools ein Prozess mit bis zu 3 Schritten ( = 3 Klicks) entwickelt, der obige “Probleme” angeht.

Die wichtigsten Tools sind hierfür ifttt.com (Beschreibung bei netzwertig) und ganz besonders Instapaper (Beschreibung und Loblied bei 43Folders), die meine Quellen (Twitter, Google Reader, Foren, Mails) mit meinen Senken (Pinboard/Blog, Twitter) verbinden. Dank ifttt landet jedes Sternchen bei Twitter bzw. Google Reader in meinem Instapaper-Account, wo alle Artikel zum zeitsouveränen (auch offline dank iOS-App) Nachlesen gespeichert werden. Instapaper bietet selber die Funktion ausgewählte Artikel an Twitter und co. zu versenden, aber auch die Möglichkeit einen Artikel zu “liken” und dadurch direkt an Pinboard weiterzuleiten. Theoretisch kann man jetzt sowohl meinem Instapaper- als auch meinem Pinboard-Account (s. rechts oben) folgen, um meine persönlichen Empfehlungen zu sehen, man kann aber auch einfach dieses Blog weiterverfolgen, denn dank einem selbstgebastelten PHP-Skript und CronJob erscheinen alle Pinboard-Links einmal täglich um 7 Uhr in den “links vom xx.yy.zz”-Artikeln hier im Blog.

Noch ist der letzte Schritt nicht ganz ausgereift. Die Sonderzeichen habe ich noch nicht ganz im Griff und die Pinboard-Einträge muss ich abends auch noch mal genauer anschauen und editieren (z.B. einheitliche Titel-Formatierung), damit am nächsten Morgen alles stimmt und richtig aussieht. Zudem dürften sich durch den kurzfristig entsozialisierten Google Reader viele neue Quellen auftun (der erste Trend geht zum Tumblr-Blog), die ebenfalls noch integriert werden wollen.

is it the end of apple?

Ich lehne mich heute mal weit aus dem Fenster und nehme die Schlagzeile des morgigen Tages vorweg, denn ich glaube nicht, dass Apple heute etwas phänomenal Neues verkünden wird. Also “phänomenal” im Sinne der Mainstream-Presse. Dieser SpOn-Artikel ist da ein gutes Beispiel, denn er fasst diese hyperventilierende Erwartungshaltung in einem Abschnitt gut zusammen:

Bliebe es bei einer neuen Version des iPhone 4, würde der Konzern zum ersten Mal seit 2007 seinen Innovationsvorsprung einbüßen. Andere Handy-Hersteller bauen längst leistungsstärkere Prozessoren, größere Bildschirme und höher auflösende Kameras in ihre Smartphones ein.

Apple muss also irgendwas an seinem Telefon ändern, vor allem äußerlich, denn sonst wäre es keine Innovation. Das Apple vll. den perfekten Formfaktor für ein Smartphone gefunden haben könnte, scheint vielen nicht in den Sinn zu kommen: Änderung der Änderung willen. Ich persönlich besitze kein iPhone4, kann dies also nur aus Gelegenheitnutzung bestätigen, aber von dem was ich so mitbekomme, scheinen viele mit der Form und dem Handling sehr zufrieden zu sein, ausser das es evtl. einen Tick zu schwer ist. Ich halte daher nur minimale Änderungen (leichter, schmaler, andere Antennenanordnung) für wahrscheinlich. Das so häufig prognostizierte “Teardrop”-Design hinterlässt Zweifel, denn es wäre vermutlich “innovativ” (hier: anderers Wort für “anders”), aber ob es eine Verbesserung wäre? Gerade bei einem Gerät, dessen Ausrichtung (Portrait, Landscape, Kopfüber) egal sein soll? Bei einer Fernbedinung macht es Sinn, aber die halte ich auch nicht quer.

Jon Gruber

Symmetry is a hallmark of Apple’s iOS devices to date. They look right in any orientation. In terms of weight and thickness, they feel balanced when held in either orientation. These things are true of all existing iPhones, iPod Touches, and iPads.

Zudem frage ich mich, wieso Innovation so oft mit “höher, schneller, weiter” gleichgesetzt wird. Selbst wenn andere Hersteller derzeit bessere technische Geräte bauen, würde ich mein Geld für eine tiegreifendere Verbesserung eines Smartphones wohl noch immer auf Apple setzen. Vielleicht nicht jetzt beim iPhone5, aber warum nicht erst in der nächsten Generation? In einer vernünftigen Welt hätte Apple soviel Zeit. In unserer aber anscheinend nicht, denn der Blick auf die techn. Specs reicht heutzutage immer noch für eine Beurteilung von Computerhardware: Mehr Power, bessere Kamera,  größerer Bildschirm (!!) genügen vollkommen um ein besser/schlechter-Ranking dahinzuschmieren. Das Gesamtpaket wird jedoch bei diesen Mainstreamvergleichen sträflich vernachlässigt, wie man es am Beispiel HTC/Android derzeit gut sehen kann. Was bringt mir eine bessere Kamera, wenn ich mein Mobiltelefon nicht auf die neueste Version updaten kann und somit Sicherheitslücken in einem meiner persönlichsten Gegenstände quasi schutzlos ausgesetzt bin?

Daher wird Apple auch ohne neuen Formfaktor der Konkurrenz in Siebenmeilenschritten vorrauseilen: alleine durch iCloud, Spracherkennung und das verbesserte Notification-System. Sowas aber interessiert den Mainstream ja nicht, geschweige denn die Apple-”Hasser”. Deshalb noch ein kleiner Rant in Richtung des berühmten Autounfalls, bei dem man nicht wegsehen kann, auch Online-Forum genannt: Man muss kein Fanboy sein, man muss Apples Philosophie nicht gutheißen und man muss auch kein einziges Gerät von Apple besitzen, aber ein klein bisschen Realitätsabgleich darf schon sein: Apple ist da, wo es jetzt ist, weil es Qualität geliefert hat. Es hat seine Marktstellung nicht missbraucht, es benötigt für den anhaltenen Erfolg kein übermäßiges Lobbytum und hat auch sonst vergleichsweise wenig Dreck am Stecken. Es ist das wertvollste Unternehmen der Welt geworden, weil es qualitativ hochwertige Produkte macht, die die Bedürfnisse vieler Menschen genau getroffen haben bzw. die Bedürfnisse erst geschaffen haben und das kann man doch endlich mal akzeptieren.

One more thing: Auch wenn es eher das Gegenteil der Überschrift bedeutet: Tim Cook wird die Tech-Welt mit einem schockierend billigen iPhone  5 überraschen. Also quasi beide vorhergesagten iPhone-Varianten in einem. Mindestens 100$ billiger als das iPhone4.

Disclaimer: Ich besitze einen iPod der 2. Generation und plane den Kauf eines iPads. Ansonsten bin ich zufriedener Windows/Linux-Nutzer.

information management

Manche Ratschläge/Prinzipien sind so offensichtlich, dass die Ergebnisse ihrer Anwendung nicht überraschend sein sollten. Und trotzdem sind sie es manchmal doch.

In den letzten zwei Wochen habe ich meine Informations-Quellen anhand des beliebten “Weniger ist mehr”-Motto überprüft und ordentlich ausgemistet. Bei Twitter folge ich 29% weniger Leuten und auch die Anzahl der RSS-Feeds im Google Reader habe ich um 18% gekürzt. Und es wirkt.

Besonders die Polemik-Quote bei Twitter ist auf ein erträgliches Niveau (wird meistens nur noch in die Timeline geretweetet) gesunken. Es lebt sich deutlich angenehmer, wenn man nicht dauernd davon liest, dass dies oder jenes ja vollkommener Scheiß ist und es jeder besser könnte. So toll Twitter auch ist, aber die Bullshit-Quote ist bei zu vielen Nutzern noch deutlich zu hoch. Dafür warte ich lieber 10min bis ich vom Erdbeben erfahre.

Im Google Reader hat besonders der Wechsel von Themen- zu Prioritäts-Ordnern Zeitgewinne gebracht. Über Tag lese ich nur noch meinen “_main”-Ordner  und fühle mich aufgrund der niedrigeren Postfrequenz seltener dazu genötigt nachzuschauen, ob es etwas Interessantes gibt. Dazu trägt auch die weiche Grenze von maximal 7 Posts pro Tag pro Feed bei, die auch nur für Aggregatoren wie fefe oder Daring Fireball gilt. Am Abend skimme ich dann durch die restlichen Feeds und nutze aggressiv den “Mark all as read”-Button. Als letzten Schritt versuche ich die Google Reader-Statistiken regelmäßiger auszuwerten und Feeds mit einer “Gelesen”-Rate von dauerhaft weniger als 10% gleich zu löschen.

Ob ich jetzt mehr Dinge “komplett verpasse” kann ich natürlich nicht sagen, aber vom Gefühl her bekomme ich von einzelnen Themen / Debatten deutlich weniger mit, was ich als sehr positiv empfinde, denn die gewonnene Zeit kann ich dann dazu nutzen die Sachen, die mich wirklich interessieren, intensiver zu verfolgen.

tl;dr: Weniger ist mehr.

bild.de breaks iPad

Stefan Niggemeier:

Der „Akte“-Beitrag kommt aus einem Bereich des Blöden, in dem die Beklopptheit so groß ist, dass sie an Genialität grenzt, und der genaue Grenzverlauf unklar ist.

Herrliches Kurzfazit einer Zusammenfassung eines Akte-Beitrages, der die Prämisse hatte, ein iPad wäre kaputt, weil bild.de damit nicht aufrufbar sei. (bild.de wird vom Springer-Verlag auf dem iPad geblockt, damit man deren App kaufen muss um Bild zu lesen)

how green is your internet?

Dan Ilic & Patrick Clair (Video):

When you use the internet have you thought just how much energy you’re using? This story may give you some idea of just how much energy the wired world sucks down.

Das sollte man vielleicht manchmal im Hinterkopf haben, wenn man seine Daten in die Cloud schiebt.

most amazing video ever

Roger Ebert:

The greatest music video ever made

via

google+

Viel kann ich dazu nicht sagen, da mich Google anscheinend nicht mag. Habe 3 Einladungen, aber reinlassen will man mich trotzdem nicht. Bin aber dennoch sehr gespannt, vor allem weil mich eine Sache in der Berichterstattung sehr gewundert hat und die ich gerne überprüfen wurde.

Kristian Köhntopp reißt es zumindest an:

Zum Beispiel definiert G+ Beziehungen unidirektional wie Twitter und nicht symmetrisch wie Facebook.

Andererseits hat G+ viele der Einschränkungen und Kaputtheiten des User Interfaces von Twitter nicht – es ist ganz klar das Twitter an Stelle des Twitters. Und so kommt es, daß ich seit G+ kaum noch das Bedürfnis verspüre Twitter zu benutzen.

Auf mich macht Google+ derzeit eher den Eindruck eines Twitter-Killers als eines Facebook-Killers. Durch die Antisymmetrie der Beziehungen ist Google+ wie auch Twitter ein Broadcast-Medium. Man schafft Reichweite ohne die Kosten einer nicht-repräsentativen Freundesliste (sofern es das bei Facebook gibt), jedoch zu Lasten der privaten Kommunikation.

Ab einer bestimmten Anzahl Follower möchte man vll. nicht mehr einen Rundruf an seine Freunde senden, dass man nun unter einer anderen Telefonnummer zu erreichen ist oder für zwei Wochen in den Urlaub fährt. Stattdessen weicht man hier eher zu Facebook aus (wenn überhaupt). Google+ scheint dies durch “Circles” in einem Dienst zu vereinigen: Einerseits die Möglichkeit des Broadcasts an alle, dass man einen interessanten Artikel gelesen hat, andererseits die Möglichkeit des “dedizierten Broadcast” an eine bestimmte Zielgruppe.

Dazu kommt, dass Twitter selbst Probleme mit seinem Dienst hat.

Nico Lumma:

Der Lack ist ab. Alles, was Twitter macht, geht zu Lasten des Ökosystems. Ich sehe keine neuen, genuinen Features, ich sehe keine Verbesserungen für die User, es kommt gar nichts. Und am Schlimmsten ist: Twitter ist immer noch volle Pulle Broadcast, man rotzt alles immer an alle raus. Aber niemand weiss, wer was wirklich liest, egal wieviele Follower man hat. Twitter sitzt auf einem Berg Daten, Twitter kennt das Realtime-Web, aber es lässt es brachliegen,

my home on street view

Heute ist Google Street View gestartet und man kann nun sehen wo ich wohne:

Mein Haus bei Google Street View

Interessanter Weise fehlen hier in Stuttgart mehrere Nebenstraßen, so auch meine Straße, daher der Blick von der Seite. Insgesamt scheint mir Stuttgart aber relativ pixelfrei zu sein, wenn ich es mit ein paar Stichproben aus Hamburg und Berlin vergleiche.

Und dann noch ein Linktipp: So unverständlich ich das Verpixeln finde, um so wahrer dieser Text: Wir sind nicht reif für Streeview, wenn wir den Wunsch nach Verpixelung nicht akzeptieren können