Klimawandel? Bei dem Wetter?

Es schneit und schneit und schneit!

Und trotzdem gibt es noch hartnäckige Zweifler der natürlichen (wenn überhaupt) Erderwärmung. Völlig abtrus, denn bekanntlich ist der Ausstoß von CO2 eine Ausnahme der allseits bekannten Regel, dass jede Ursache eine Wirkung habe. Zudem ist die angeblich belegte Aussage, dass die Temperatur steigt, falsch, wie die untenstehende Grafik zeigt:

Grafik: Klimawandel

Grafikidee geklaut bei The Daily Show

Um solche Winter in Zukunft zu verhindern, sollten wir…Ups!

posted on 11. Februar 2010 in politics Kein Kommentar

Freiheit statt Angst

Geh mal wieder auf die Straße, geh mal wieder demonstrieren…

… und dann sogar am Reichstag Brandenburger Tor Bundesrat.

Getreu dem Motto der Ärzte ist es heute wieder sehr schlimm und die Vorratsdatenspeicherung und andere Massnahmen zur Einschränkung der Bürgerrechte sind nicht zu akzeptieren. Also ab nach Berlin zur “Freiheit statt Angst”-Demo.

Am Potsdamer Platz dominierte dann auch schon die Farbe Orange, vor Grün und dem antikapitalistischem Schwarz. Orange Fahnen, vor grünen Luftballons und schwarzen Kapuzen. Wenn die Piraten schon so zahlreich vertreten sind, gibt es dort auch viele Beobachtungen. Die unübersehbarste war dann auch gleich das juvenile Auftreten der jungen Partei. Jedem Piratenshirt sah man an, dass es bislang nicht sonderlich oft getragen worden war und auch der Piratentruck zeugte von der übertriebenen Selbstdarstellung einer jeden neuen Gruppe. Und erst die Musikauswahl… Man schien sich eher selbst zu feiern als Inhalte rüberzubringen (obwohl die motivierten Flyerverteiler wirklich bemüht waren), denn als Aussenstehender hätte ich eher eine Love-Parade vermutet, wie auch Spiegel Online treffend formulierte. Aber solche Dance-Musik lief auch auf anderen Wagen und passte somit total in die in meinen Augen sehr merkwürdige Musikauswahl des Tages. Wie man als Warm-Up für ein eher rocklastiges Publikum (die typischen Wacken-Shirts fehlten natürlich nicht) Hip-Hop von Schwestera engagieren kann, hab ich nicht ganz verstanden. Vor allem weil Schwesta allen negativen Klischees entsprach: “Yeah, Yeah, Berliiiiiin!! Are you down? Yeah! Jo Jo Jo” Aber Musik ist jetzt ja auch der zentrale Bestandteil einer Demo. Wichtiger sind Transparente und andere Formen der Inhaltsartikulation. Highlight war die Person, die sich bis zur Hüfte als Überwachungskamera verkleidet hatte. Andere Transpis und Shirtmotive findet man hier. Schön war auch die Aktion der Grünen, die leere Plakate bereitstellten, die man dann selbst mit seinem Slogan der Wahl beschriften konnte. Insgesamt haben sich zwischen 10.000 und 25.000 Menschen an der Demo beteiligt. Bewerten kann ich die Zahl nicht, ich habe mich aber auch nicht alleine gefühlt ;)

Man sollte jedoch beachten, dass der Themenkomplex auch nicht so schwarz/weiß gesehen werden kann, wie ein Großteil der Demonstranten das wohl gerne hätte. Laut netzpolitik befanden sich auf der Demostrecke 116 Überwachungskameras, was sicherlich ne ganze Menge ist. Andererseits kam man u.a. auch am Auswärtigen Amt, am Bundesfinanzministerium und am Bundesrat vorbei. So wie die Kameras dort angebracht sind, dienen sie wohl auch nur dem Gebäudeschutz. Ich gehe daher davon aus, dass die Bilder nicht besonders lange gespeichert werden und mein Gesicht (obwohl, ich lief auf der anderen Strassenseite…) nächste Woche auf keiner Aufzeichnung mehr zu finden sein wird. Wo ich allerdings sicher noch nächste Woche, nächsten Monat und nächstes Jahr zu sehen sein werde, ist Flickr oder Picasa oder YouTube/Vimeo. Die Anzahl der Demofotografierer war wieder erschütternd hoch, für eine Demo gegen Überwachungswahn sogar haarstreubend hoch. Wenn jemand im Piratenshirt auf einer Mauer seine Videokamera 15min in die Menge hält und sich damit nicht sonderlich von einer Überwachungskamera unterscheidet, möchte man ihm zurufen “Denk doch mal nach”. Natürlich kann man jetzt den nicht ganz falschen Einwand “Staat vs. Privat” anbringen, aber ganz so einfach kann ist meiner Meinung nach auch nicht. Wenn man vom Staat verdachtsabhängige Kontrolle fordert, sollte man selber auch verantwortungsvoll mit seiner “Überwachungstechnik” umgehen und sich fragen, ob solche 15min-Filmerei wirklich notwendig ist. Schließlich ist für den Gefilmten nicht ersichtlich, was mit den Aufnahmen geschieht.

Ein verantwortungsvolles Vorgehen zeigt zum Beispiel dieses Video, das (mal wieder) überhartes Eingreifen von Polizisten zeigt. Es ist aber auch der Beweis, wie schwierig die Diskussion gegen Überwachung ist. Wieso wird dieses Video in Blogs und bei Twitter gefeiert, während Aufnahmen von U-Bahn-Schlägern als Zufälle abgewertet werden? Das es den kleinen Unterschied “verdachtsabhängig vs. verdachtsunabhängig” (nicht nur bei Videos, sondern auch bei Vorratsdatenspeicherung etc.) gibt ist klar, aber es sollte auch klar sein, dass nicht jeder in Deutschland diesem Unterschied genügend Bedeutung beimisst, denn wenn der Straftäter gefasst wird ist es ja “egal” wie es dazu kam. Und gerade deshalb sind solche Demonstrationen wichtig und in zwei Wochen sollte man Parteien wählen, die diesen Unterschied kennen. Ich zähle jetzt keine auf, weil dann müsste ich auch die FDP nennen ;) (und die anderen sind oben eh schon genannt worden)

P.S: Das Fussballfans und Antifaschisten für solche Videos, von denen es schon längst dutzende gibt, keine Aufmerksamkeit, sondern eher das Gegenteil, bekommen, ignoriere ich mal im Sinne der Sache. Auch wenn mich das mehr und mehr ärgert.

posted on 14. September 2009 in indecision 2009, internet, media, politics Kein Kommentar

Unsympath *UPDATE*

Das ist vll. ungerecht, aber: CSU-Mitglied, Jurist, soooo ein Name (Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Wilhelm Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg) und zurückgegelte Haare. Selbst wenn er SCP-Fan wäre, wäre mir der neue Wirtschaftsminister unsympathisch.

Und sowieso: Was ist das eigentlich für ein vermurkstes System, wenn es bei der Ernennung zum Minister nur aufs Parteibuch und nicht die Qualifikation ankommt (Sowohl jetzt, als auch bei Glos). Und das bei dem zur Zeit wichtigsten Ministerium. Guttenberg scheint ja eher zum Auswärtigen Amt zu passen (Kein Link, da seine Homepage noch auf Frames basiert. Die obige Liste wird länger und länger…)

Update: DAS ist interessant! (Und erschreckend)

posted on 9. Februar 2009 in politics 2 Kommentare

Tipp24: Lotto wetten

Ah, neuer Starttag für Plan B doch erst am Montag ;) Bis dahin darf man doch noch mal träumen, welche Karibikinsel nun am besten zu einem passt.

Seinen Tippschein sollte man dabei aber möglichst nicht bei tipp24.com abgeben, denn da könnte die Freude an einem Millionengewinn beträchtlich getrübt werden. Seit dem 01.01.09 ist in Deutschland durch den Glücksspielstaatsvertrag verboten, im Internet Glücksspiel zu betreiben (zur Verhinderung von Spielsucht und Schutz von Jugendlichen), was den großen Anbietern im Internet, allenvoran tipp24, natürlich die Geschäftsgrundlage entzieht.
tipp24 ist aus diesem Grunde nach London gezogen und betreibt nun von dort aus seine Geschäfte. Auf der Internetseite werben sie noch mit Lotto, was aber faktisch falsch ist. Aus den AGB (UPDATE: oder hier):

Die Tipp24 Services Ltd., 20-22 Bedford Row, London WC1R 4JS, vertreten durch den Geschäftsführer Matteo Uberti, im Folgenden “Tipp24″, vermittelt die Tipps der Spielteilnehmer auf die Veranstaltungen Lotto, Glücksspirale, Spiel 77, Super 6, Keno, Plus 5 sowie Oddset an die MyLotto24 Ltd, 20-22 Bedford Row, London WC1R 4JS vertreten durch den Geschäftsführer Egidio Messito. Diese ist Veranstalter der Lotterien.
Der Gewinnfall tritt dann ein, wenn die Teilnehmer die richtigen Zahlen der jeweiligen Ziehungen des Deutschen Lotto- und Totoblocks tippen.

Das heißt, dass die bei Tipp24 abgegebenen Scheine nicht an die deutschen Lottogesellschaften weitergeleitet werden, sondern an ein mit Wettlizenz ausgestattetes Partnerunternehmen (Nebenbei: Ich kenn wenige Adressen, die 54.000 Treffer bei Google haben. Briefkasten?). Man spielt also kein Lotto, sondern wettet quasi auf die Lottozahlen. Die Auszahlung übernimmt tipp24 selbst.

Für den Jackpot (Gewinnklasse 1) hat das dann auch folgende schwerwiegende Folge:

8.2 Tippen mehr als ein Teilnehmer bei MyLotto24 Ltd die Zahlen der ersten Gewinnklasse (der sogenannte Jackpot) im deutschen 6 aus 49 (Lotto) richtig, so erhält jeder Teilnehmer bei Tipp24 den Gewinnbetrag, den er rechnerisch erhalten würde, wenn die gesamte in dieser Klasse enthaltende Gewinnsumme durch die Summe der Anzahl der veröffentlichten Gewinner in dieser Klasse beim Deutschen Lotto- und Totoblock und die Anzahl der Gewinner in dieser Klasse bei MyLotto24 Ltd geteilt würde.

Wenn also, sagen wir mal zwei Personen am Samstag 6 Richtige + Superzahl angekreuzt haben, einer bei Tipp24 und einer beim Kiosk um die Ecke, dann erhält der Tipper bei Tipp24: 35/2 = 17,5 Millionen, während der Gewinner bei Lotto die gesamten 35 Mio. erhält. Lotto weiß ja nix vom Tipp24-Gewinner!

Aber auch die “normalen”, geringeren Gewinne erscheinen mir zumindest fragwürdig, denn auf der Seite erscheint zur Zeit ein Disclaimer:

DISCLAIMER: Aufgrund aus unserer Sicht rechtswidriger Bestimmungen können wir vorübergehend nur Spielscheine von Kunden annehmen, die sich bei Abgabe außerhalb Deutschlands aufhalten und dies durch die Abgabe bestätigen. Ihre Gewinnchancen und -ansprüche werden dadurch selbstverständlich nicht beeinträchtigt.

Ich weiß nicht ob man sich strafbar macht, aber seriös ist das nicht. Im Falle einer Nichtauszahlung hat man dann schließlich keinen Rechtsanspruch!

Und Informationen dazu, ob der Lottogewinn dann auch weiterhin steuerfrei ist, hab ich nicht gefunden, bezweifle es allerdings ganz ganz stark.

Deshalb werd ich morgen auch wieder beim Kiosk um die Ecke abgeben und ab Montag aus Tahiti/Mauritius/weitere Klischeeinseln… weiterbloggen. Aloha! (Natürlich Quatsch: Ich bleib hier und lern weiter für die Prüfungen ;))

posted on 29. Januar 2009 in internet, media, politics 4 Kommentare

dear SPD,

lieber Herr Frank-Walter Steinmeier,

das war ja mal ..ähm.. ernüchternd! Ich weiß, man muss ja nicht gleich auf jeden Wahlkampftrend aufspringen und alles als “Hope/Hoffnung” verkaufen, aber warum denn gleich “Hoffnungslosigkeit”? Den Tag an dem ich Kanzlerkandidat (irgend)einer Partei werde, würde ich wohl sicher nicht als “schweren” Tag für die Partei bezeichnen.

Und naja, überrascht bzw. gar schockiert und gleichzeitig einig sein über einen Neuanfang passt auch nicht ganz zusammen! Es sicher schwer einen ganzen Wahlkampf ohne Widersprüche zu führen (auch wenn es sicher wünschenswert wäre), aber gleich beim ersten Presseauftritt als Kanzlerkandidat?

Noch ne Frage: Die “Aufholjagd zum Wahlkampf” ist ungleich “Wahlkampf”?

Der Vergleich zu den USA ist zwar nicht ganz richtig (es geht schließlich um eine Partei und nicht einen Kopf) und fair, aber egal: Drei Tage nach zwei perfekt inzenierten Nominierungsreden so eine lahmarschige Presse”konferenz” mit tuckerndem Wasserschutzpolizeiboot im Hintergrund? Ernsthaft? Wie gesagt, man sollte nicht jedem Trend hinterher eiern, aber jetzt wo zahlreiche Deutsche gesehen haben wie energiereich so ein Wahlkampf geführt werden kann, kann man sich doch bitte etwas mehr anstrengen.

Dieser Auftritt hat sicher viele Assoziationen geweckt, aber bestimmt nicht die, dass da jemand steht, der das Land zum besseren führen kann.

posted on 7. September 2008 in politics Kein Kommentar

election day

Hui, da sind ja gleich mehrere ungewöhnliche Geschichten in diesem Wahlabend zur Kommunalwahl in Lübeck versteckt.

- Die CDU verliert 24,5%! Nachdem sie 2003 50% der Stimmen und gleich alle(!) 27 Direktmandate holte.

- Eine unabhängige Wählergemeinschaft (Bürger für Lübeck) erreicht 2(!!) Monate nach ihrer Gründung 11,3%

- Die Grünen gewinnen gleich 2 Direktmandate

- Die vom BVerfGG gekippte 5%-Klausel auf kommunaler Ebene hat direkt Auswirkungen und beschert BUNT einen Sitz in der Bürgerschaft

- Eine unfassbar schlechte Wahlbeteiligung von gerade mal 41,4%

- Die Prognosen und Hochrechnungen werden von Schülern gemacht (und sind extrem gut)

- Und dennoch sieht es nur nach großer Koalition aus, da 6 Fraktionen in der Bürgerschaft vielleicht doch etwas viele sind.

posted on 26. Mai 2008 in politics 1 Kommentar

telekolleg

Passend zum morgigen 1. Mai!

Telekolleg: Deutsch für Nazis (aus der Sendung Extra3)

posted on 30. April 2008 in politics 2 Kommentare

yes

Für die Münsteraner Leser: Ich würde morgen Ja! ankreuzen.

Soziale Standards und kulturelle Vielfalt für alle statt einem kulturellen “Leuchtturm” für wenige!

posted on 26. April 2008 in politics Kein Kommentar

why?

Ich weiß, es ist eigentlich unbedeutend, aber es ist ein Sinnbild für die deutschen Medien und die deutsche Politik: Warum reicht man solchen Leuten noch ein Mikrofon? Warum berichtet man darüber? Warum macht man es größer als es ist? Und warum muss man sich so wichtig machen wollen?

Worüber ich rede? Darüber: Fußball-WM 2006 – Anschlag vereitelt

posted on 28. März 2008 in politics Kein Kommentar

awkward

Sollte sich jemand noch nicht unwohl gefühlt haben heute, kann er sich gerne Mitt Romney beim Wahlkampf in Florida angucken:

Auch sehr schön die Frage von Jon Stewart (“On a scale from one to incredible stupid, how incredible stupid ist it…”) in einem interessanten Interview zu möglichen Problemen (ja, die gibt es!) der Demokraten bei der richtigen Wahl im November:

Und wenn wir schon bei Jon Stewart sind. Hier zwei Videos die zeigen welche Klasse dieser Mann hat und wie sehr so jemand in Deutschland erwünscht wäre.

Jon Stewart bei Crossfire (“It’s not so much that it’s bad, as it’s hurting America”):

Jon Stewart im Interview mit dem konservativen Chris Matthews:

Und für alle die jetzt mehr wollen: Die komplette The Daily Show gibt es täglich unter: www.thedailyshow.com

P.S. Das ist keine Werbung, ich find Jon Stewart einfach nur genial ;)

posted on 30. Januar 2008 in indecision 2008, politics, television Kein Kommentar

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