dear SPD,

lieber Herr Frank-Walter Steinmeier,

das war ja mal ..ähm.. ernüchternd! Ich weiß, man muss ja nicht gleich auf jeden Wahlkampftrend aufspringen und alles als “Hope/Hoffnung” verkaufen, aber warum denn gleich “Hoffnungslosigkeit”? Den Tag an dem ich Kanzlerkandidat (irgend)einer Partei werde, würde ich wohl sicher nicht als “schweren” Tag für die Partei bezeichnen.

Und naja, überrascht bzw. gar schockiert und gleichzeitig einig sein über einen Neuanfang passt auch nicht ganz zusammen! Es sicher schwer einen ganzen Wahlkampf ohne Widersprüche zu führen (auch wenn es sicher wünschenswert wäre), aber gleich beim ersten Presseauftritt als Kanzlerkandidat?

Noch ne Frage: Die “Aufholjagd zum Wahlkampf” ist ungleich “Wahlkampf”?

Der Vergleich zu den USA ist zwar nicht ganz richtig (es geht schließlich um eine Partei und nicht einen Kopf) und fair, aber egal: Drei Tage nach zwei perfekt inzenierten Nominierungsreden so eine lahmarschige Presse”konferenz” mit tuckerndem Wasserschutzpolizeiboot im Hintergrund? Ernsthaft? Wie gesagt, man sollte nicht jedem Trend hinterher eiern, aber jetzt wo zahlreiche Deutsche gesehen haben wie energiereich so ein Wahlkampf geführt werden kann, kann man sich doch bitte etwas mehr anstrengen.

Dieser Auftritt hat sicher viele Assoziationen geweckt, aber bestimmt nicht die, dass da jemand steht, der das Land zum besseren führen kann.

election day

Hui, da sind ja gleich mehrere ungewöhnliche Geschichten in diesem Wahlabend zur Kommunalwahl in Lübeck versteckt.

- Die CDU verliert 24,5%! Nachdem sie 2003 50% der Stimmen und gleich alle(!) 27 Direktmandate holte.

- Eine unabhängige Wählergemeinschaft (Bürger für Lübeck) erreicht 2(!!) Monate nach ihrer Gründung 11,3%

- Die Grünen gewinnen gleich 2 Direktmandate

- Die vom BVerfGG gekippte 5%-Klausel auf kommunaler Ebene hat direkt Auswirkungen und beschert BUNT einen Sitz in der Bürgerschaft

- Eine unfassbar schlechte Wahlbeteiligung von gerade mal 41,4%

- Die Prognosen und Hochrechnungen werden von Schülern gemacht (und sind extrem gut)

- Und dennoch sieht es nur nach großer Koalition aus, da 6 Fraktionen in der Bürgerschaft vielleicht doch etwas viele sind.

telekolleg

Passend zum morgigen 1. Mai!

Telekolleg: Deutsch für Nazis (aus der Sendung Extra3)

yes

Für die Münsteraner Leser: Ich würde morgen Ja! ankreuzen.

Soziale Standards und kulturelle Vielfalt für alle statt einem kulturellen “Leuchtturm” für wenige!

why?

Ich weiß, es ist eigentlich unbedeutend, aber es ist ein Sinnbild für die deutschen Medien und die deutsche Politik: Warum reicht man solchen Leuten noch ein Mikrofon? Warum berichtet man darüber? Warum macht man es größer als es ist? Und warum muss man sich so wichtig machen wollen?

Worüber ich rede? Darüber: Fußball-WM 2006 – Anschlag vereitelt

awkward

Sollte sich jemand noch nicht unwohl gefühlt haben heute, kann er sich gerne Mitt Romney beim Wahlkampf in Florida angucken:

Auch sehr schön die Frage von Jon Stewart (“On a scale from one to incredible stupid, how incredible stupid ist it…”) in einem interessanten Interview zu möglichen Problemen (ja, die gibt es!) der Demokraten bei der richtigen Wahl im November:

Und wenn wir schon bei Jon Stewart sind. Hier zwei Videos die zeigen welche Klasse dieser Mann hat und wie sehr so jemand in Deutschland erwünscht wäre.

Jon Stewart bei Crossfire (“It’s not so much that it’s bad, as it’s hurting America”):

Jon Stewart im Interview mit dem konservativen Chris Matthews:

Und für alle die jetzt mehr wollen: Die komplette The Daily Show gibt es täglich unter: www.thedailyshow.com

P.S. Das ist keine Werbung, ich find Jon Stewart einfach nur genial ;)

stupid is as stupid says

Irgendwie wäre es schon schön, wenn auch mal wieder mehr kluge Sätze von Menschen in “Macht”-Positionen in den Medien publiziert und kommentiert werden. In letzter Zeit hab ich nämlich das Gefühl, das die Anzahl der Idioten in berichtenswerten Positionen exponentiell ansteigt. Ein Auszug:

Zum einen Roland “brutalstmöglich” Koch mit einem derart dilletanten Populismus, das sich selbst BILD-Leser beleidigt gefühlt haben müssen: Forderung eines Burka-Verbots, obwohl das “”Problem”" in Hessen gar nicht besteht. Forderung von schärferen Jugendstrafgesetze, obwohl man in Hessen mit den bisherigen schon nicht klarkommt. Sowie zahlreiche andere “Vorschläge”, die hier nur Platz wegnehmen würden.

Ebenfalls in Hessen aufgefallen ist Wolfgang Clement, dem die Interessen seiner “Nebenbeschäftigung” wichtiger sind als die seiner Partei, geschweige denn der Umwelt ;).

Aber es geht nicht nur lokalpolitisch, denn auch die Bundeskanzlerin hatte etwas zu sagen (mp3, ca. 1min, via lawblog):

Wir werden nicht zulassen, dass technisch manches möglich ist, aber der Staat es nicht nutzt, dafür aber die Verbrecher und Täter und Terroristen es nutzen, das ist nicht unser Staat, der Staat muss hier hart sein.

Der Staat will die selben Mittel wie Verbrecher und Terroristen nutzen? Wie beruhigend!

Und dann war da noch der SPD-Fraktionsvorsitzdende in der Bürgschaft und Schatzmeister(!) des hochverschuldeten und kurz vor der Insolvenz stehenden VfB Lübeck, der mal eben den kompletten und an einer Sanierung arbeitenden Wirtschaftsrat rausgeekelt hat:

Wie diese Experten das Ding in so kurzer Zeit an die Wand gefahren haben, dazu gehört schon wirtschaftlicher Sachverstand

Um das einordnen zu können: LN-Bericht, LN-Kommentar und die Reaktion der Mannschaft. Sieht also sehr düster aus mit höherklassigem Fussball in Lübeck.