indecision 2008: what we know

Mit deutlicher Verspätung meine Zusammenfassung des kleinen “Super Tuesday”. Und eigentlich sind alle Worte ausser “Wir wissen, dass wir nichts wissen” zuviel. Da das aber nicht jeder so gesehen hat, stelle ich jetzt einfach mal ein paar Links zusammen, die ich für meine Meinungsbildung (“Ich weiß, dass ich nichts weiß”) übernommen habe. Die Links sind hauptsächlich Meinungen aus Demokratennahen Blogs/Webseiten (speziell Huffington Post und dailykos). Während in den deutschen (Online)-Medien ja schon das Ende von Obama herauf beschworen wurde, sehen diese Seiten in der Mehrheit immer noch Obama als Favoriten, wenngleich mit einigen Hürden mehr. Es war auch überhaupt schwer Artikel zu finden, die Clinton als die richtige Kandidatin favorisieren.

Im Prinzip kann man die Argumentation beider Lager darauf runterbrechen, dass Obama meint, ihm gehöre die Nominierung, weil er ziemlich sicher die meisten gebundenen Delegiertenstimmen hat. Das wird hier (für mich aber nicht überzeugend) widerlegt. Clinton dagegen hat ihrer Meinung nach ein Anrecht auf die Nominierung, weil sie in den großen (=Große Anzahl an Delegierten) Staaten die Stimmenmehrheit erreicht hat. Sie sei also der bessere Kandidat für die richtige Wahl im November. Das widerum wird hier widerlegt. Auch stimmt diese Argumentation nicht mit den Umfrageergebnissen von SurveyUSA überein, die in jedem Staat die Frage “McCain oder Clinton?” und “McCain oder Obama?” gestellt haben. So eine Umfrage ist natürlich immer mit Vorsicht zu geniessen.

Im Prinzip sieht das alles für die Demokraten gar nicht so rosig aus, obwohl man doch zwei so starke Kandidaten hat. Auch Arianna Huffington ist nicht so optimistisch. Wie es für Obama weitergehen sollte ist bei dailykos ganz vernünftig beschrieben. Für Clinton folgt noch eine Analyse. Den einzigen Text den ich bislang gefunden habe, der sich ganz eindeutig für Clinton ausspricht kommt erstaunlicherweise aus Europa. Und der das ?? Mastermind hinter den beiden Bush-Wahlsiegen, Karl Rove, hat auch noch eine Analyse anzubieten.

Das Thema Michigan/Florida hab ich jetzt erstmal rausgelassen. Da warte ich lieber ab, bis sie sich entschieden haben. Sollte das im übrigen hier etwas ausführlicher beschrieben werden, dann bitte in den Kommentaren melden. Ich gehe im Moment davon aus, das man bei diesem Thema ungefähr weiß, was gerade aktuell ist.

indecision 2008: super tuesday (wrap-up)

Um das hier vernünftig abzuschließen ein paar erklärenden und weiterführende Links (mit evtl. späteren Ergänzungen):

Delegiertenstimmen bei RealClearPolitics – Diese Übersicht erscheint mir sehr akkurat und übersichtlich zu sein. Es sind aber noch nicht alle Stimmen ausgezählt, wird also noch aktualisiert.

Delegiertenstimmen bei NYTimes – Ebenfalls recht übersichtlich. Allerdings zählt die NY Times etwas anders, so sind zum Beispiel die Superdelegierten nicht eingerechnet.

Beobachtungen bei den Ergebnissen – 50.19% für Clinton und 49.80% für Obama in Bezug auf alle abgegebenen Stimmen. Das nennt man wohl Gleichstand.

Überblick-Artikel in der NY Times – Was war, was ist, was kommt?

Der Einfluss des Internet – Wie das Internet Reform-Politiker unterstützt

Und natürlich eine Zusammenfassung des Medienwahnsinns, wie immer vom großartigen Jon Stewart:

Teil 1 und Teil 2

indecision 2008: super tuesday

[23:06] So, tut mir leid, aber hier endet das erstmal für heute (Super-Bowl-Nachwirkungen). Spätestens um 6 Uhr bin ich mit den ersten Ergebnissen aus Kalifornien wieder da, dafür interessiert es mich doch zu sehr! Der Wecker wird schon vorher klingeln, aber ich will mir nicht den Druck machen dann auch aufzustehen ;)

[22:59] Ergänzung: Natürlich würde man den Großteil des politischen Fernsehprogramms nicht aushalten ob der ganzen Spin-Dokterei, aber dafür das man etwas “ernster” genommen wird, kann man das in Kauf nehmen.

[22:50] Meinung Nummer 2: Wahlkampf in den USA ist besser und interessanter als bei uns. Ok, das gilt vll. nur so lange bis auch bei uns 7x täglich das Telefon mit Werbeanrufen klingelt. Andererseits macht man es den Wählern so einfach wie möglich an Informationen zu kommen. Während hierzulande anscheinend das Wahlplakat am Straßenrand Wahlkampfmittel Nummer 1 ist (Bestes Beispiel: Hamburg zur Zeit), hat man in den USA das Internet voll ausgenutzt. Jede Rede, jedes Wahlkampfvideo von Obama und Clinton findet sich auf deren offiziellen Seiten. Die zahlreichen Mitschnitte bei youtube außen vor! Und auch alle anderen Informationen findet sich auf deren Websites. Einzig die Kanzlerin geht mit ihrem Videocast in die richtige Richtung.

Eine weitere gute Einrichtung sind die Debatten: Nicht nur zwei (und die eine eigentlich auch nur deshalb um Sendergerechtigkeit ÖR/Private walten zu lassen), sondern mehrere. Bei den richtigen Wahlen zu den unterschiedlichen Themen und in den Vorwahlen sogar noch mehr. Dadurch kann sich der Wähler einen besseren Gesamteindruck machen und ist nicht nur von der Tagesform der Kandidaten abhängig!

[22:29] Und damit das hier kein alleiniger Offenbarungseid wird, bitte ich in den Kommentaren um Stellungnahme! Oder mindestens die Empfehlung des Wahl-O-Maten ;)

[22:28] Achja: Lawrence Lessig (Creative Commons – Gründer) hat ein ziemlich stellvertretendes Video, warum Obama “richtiger” ist.

[22:25] Meinung Nummer 1: Obama soll gewinnen! Warum? Zum einen ist er wirklich jemand der inspiriert und dem man abimmt was er sagt, sodaß vll. auch jemand mal in Deutschland auf die Idee kommt wenigstens ein kleines Bisschen in diese Richtung wahlzukämpfen ;). Zum anderen, weil er auch bei den Themen nicht weit von meiner Meinung entfernt ist. Laut diesem “Wahl-O-Mat” habe ich eine Übereinstimmung von 82% Prozent. Wenn ich nur die Themen auswähle, die mich in Deutschland am ehesten betreffen (Environment, Terrorism…), sogar 91%. Einzig beim Irak herrscht eine Meinungsverschiedenheit, aber nur weil ich dort keine Meinung habe. Nicht ob er richtig oder falsch war, sondern ob die USA alle Truppen sofort(!) abziehen sollen.

Am weitesten bin ich übrigens von Mike Huckabee entfernt.

[22:14] Na toll! Da schreibe ich mir hier nen Wolf und verpasse das erste Resultat des Abends: O’Brien Colbert Stewart ..ne.. Huckabee gewinnt in West Virginia.

[22:11] So, da ich merke das ich heute nicht so alt werde (joggen war wohl doch nicht so eine gute Idee) lass ich den ganzen Beschreibungskram und konzentriere mich auf Meinungsmache :D Aber noch zwei Linktipps:

usawahl2008.de: Super Tuesday erklärt – eine Einführung

Huffington Post: Super Tuesday Won’t Decide Nominations

[22:02] Und das ist auch ein Grund warum ich mir es erspare die Nacht durchzumachen. Die ersten Berichte beziehen sich nur auf die Staatsergebnisse und da die Medien sofort einen Gewinner verkünden wollen, wird auf die Delegiertenstimmen nicht so sehr geachtet. Und am Ende kommt sowas raus wie in Nevada, wo Clinton zwar die Mehrheit der Stimmen, die Mehrheit der Deligierten aber bei Obama lag. Interessiert hatte das nur wenige.

[21:57] Kommen wir nun endlich zum Super-Tuesday aus Sicht der Demokraten. Insgesamt gibt es 4049 Delegiertenstimmen (inkl. 796 Superdeligierte, die sich aus dem Establishment der Partei zusammen setzen. Oder auch hier: Was sind eigentlich … Super-Delegierte?) zu gewinnen. 2050 davon sichern einem die Nominierung auf dem Parteitag. Heute wird in 22 Staaten gewählt und damit werden knapp 1700 Deligiertenstimmen vergeben. Und jetzt wird es kompliziert, denn während die Republikaner meist nach dem Prinzip “The Winner takes it all” vorgehen, werden die Stimmen bei den Demokraten proportional verteilt. Aber nicht nur proportional zum Wahlergebnis des Staates, sondern auch zum Ergebniss in den einzelnen Wahlbezirken (precincts). Eine gute Übersicht gibt es (wie immer) bei der NY Times.

[21:46] … stattdessen was anderes: Die Empfehlungen. Dort scheint Obama langsam aber sicher die Oberhand zu gewinnen. Hervorstechen hier besonders die Empfehlungen von Ted Kennedy und MoveOn.org. Eine Übersicht gibts bei der New York Times.

[21:37] Ok, die Beschreibungen sind irgendwie langweilig, weil ja tausenmal gelesen…

[21:35] Auf der anderen Seite: Hillary Clinton. Wobei andere Seite völlig übertrieben ist, denn politisch sind Obama und Clinton nicht soweit voneinander entfernt. Der größte Unterschied, der sich dann auch in ihre Wahrnehmung überträgt, ist wohl die erste Abstimmung zum Irak-Krieg. Clinton war da dafür und hat jetzt deutliche Probleme das anders aussehen zu lassen und besonders da hat Obama eine gute Angriffsfläche und kann auch seine “Unerfahrenheit” bei diesem Thema gut überspielen:

hier sollte eigentlich ein zitat stehen aber das finde ich gerade nicht, ich hoffe ich kann es nachtragen

[21:02] Kommen wir zu Obama, dem Shooting-Star. Angefangen hat sein Aufstieg wohl mit seiner Rede auf dem Nominierungs-Parteitag der Demokraten 2004, die ihn in den Fokus der amerikanischen Öffentlichkeit brachte. Mit dem überzeugenden Sieg der Demokraten bei den Midterm-Wahlen 2006 wurden die Gerüchte um eine Kandidatur von Obama immer lauter. Im Februar 2007 entschied er sich dann wirklich zu kandidieren und hat es seitdem geschafft mit seiner Hauptbotschaft “Change” viele Menschen zu überzeugen und vor allem zu inspirieren. So stark, das er gleich den ersten Caucus im wichtigen Iowa gewann. Die Vorwahl in New Hampshire im Anschluss lief dann zwar nicht so erfolgreich, aber mit seiner beeindruckenden Conecession-Speech hat er wohl mehr gewonnen als er mit einem ersten Platz in NH gewinnen konnte. Zur Zeit macht ja auch ein “Musik”-Video dieser Rede im Internet die Runde.

Beschreibungen und Portraits von Obama gibt es sicherlich genug, deshalb lass ich das jetzt auch erstmal ruhen. Trotzdem ein Linktipp: Andrew Sullivan – Goodbye to All That: Why Obama Matters ( The Antlantic)

[20:28] Zwischenbemerkung: Die Hähnchen-Filetstreifen vom REWE sind nicht so gut wie die von Penny! tz

[20:20] Hmm, erstmal was essen… ;)

[20:15] Eigentlich wollte ich ja zu den Kandidaten einzeln was sagen, aber das Video muss sofort verlinkt werden. Großartig!

[20:08] Der Fokus wird, wie auch bei so gut wie allen anderen Medien, also auf dem Zweikampf Obama – Clinton liegen. Hier ist es ja besonders knapp, denn Obama hat in den letzten Tagen deutlich aufgeholt. Man sollte allerdings beim Betrachten der Umfrageergbnisse besonders New Hamphire im Hinterkopf behalten und auch diese Hinweise zur Kenntnis nehmen.

[19:59] Gut, jetzt hab ich hier auch nur Minuten gefüllt ;) Kommen wir zum wesentlichen: In der Vorberichterstattung werden die Republikaner wohl eher nicht vorkommen, denn das Rennen scheint dort recht klar zu sein und interessieren tut es mich sowieso eher wenig. Laut eines “Wahl-O-Maten” auf den ich später noch zu sprechen kommen werde, habe ich die meiste Übereinstimmung mit John McCain und das gerade mal mit 46% Prozent. Die Statistikseiten die ich im Laufe des Abends verlinke, haben aber meistens das republikanische Feld nur einen Klick entfernt.

[19:52] Da ich hier jetzt nicht non-stop schreiben werde, gibt es ein wenig Video-Material um die Zeit zu überbrücken. Welch ein Service, gell? Es geht dabei um die Frage, wer für Mike Huckabee, republikanischer Präsidentschaftskandidat, “verantwortlich” ist. Darum haben sich nämlich in den letzten Wochen die Late-Night-Show-Hosts Conan O’Brien (Late Night with Conan O’Brien), Stephen Colbert (The Colbert Report) und Jon Stewart (The A Daily Show) gestritten.

Hier der Streit in 8(!!!!) Akten: Akt 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 und der finale 8. Akt Sehenswert sind davon besonders Teil 2, 4, 6 und 8. Teile 4-8 sind übrigens von gestern und auch gut zu wissen ist, das Colbert direkt im Anschluss an Stewart kommt und Conan O’Brien eine halbe Stunde nach Colbert. Das nennt man dann wohl Audience-Flow.

So lustig es auch teilweise ist, umso deutlicher zeigt es allerdings, das der Autoren-Streik endlich zu Ende gehen muss. Anscheinend tun die drei alles, um Minuten zu füllen.

[19:31] Erstmal kurz zum Ablauf: Mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit wird das hier nicht bis morgen früh kontinuierlich aktualisiert. Wahrscheinlicher ist es, das es gegen Mitternacht hier ruhig wird, und es dafür recht früh am Morgen umso ausführlicher weitergeht. Das hat zum einen damit zu tun, das ich es bezweifel die Nacht durchmachen zu können und zum anderen damit, das die ersten Ergebnisse zwar schon gegen 2 Uhr zu erwarten sind, diese aber nicht ganz aussagekräftig sind. Meiner Einschätzung nach wird es ab 4 Uhr interessant, wobei Kalifornien sowieso erst um 5 Uhr aufhört zu wählen. Allerdings düften erste gute Ergebnisse aus den Ostküsten-Staaten vorliegen.

[19:20] Eigentlich hatte ich mir ein paar Sachen aufgeschrieben die ich hier unbedingt erwähnen wollte, aber natürlich ist der Zettel jetzt verschollen. Also: Improvisieren! *haha*

[19:16] Nachdem die heute-Nachrichten bereits mit einem Extra-Korrespondenten aus den USA berichtet haben, kann es also auch hier losgehen.

Programmhinweis: So ab 19/20 Uhr werde ich heute abend ein bisschen was zu dem Ereignis des Tages bloggen.

coming back

War ja klar! Wenn, dann richtig! Lost kommt nach 8 Monaten auf die Bildschirme zurück (nur klicken, wenn Staffel 3-Finale gesehen). Der SCP kehrt (erfolgreich) auf den Rasen zurück. Die Autoren scheinen auch wieder an ihre Schreibtische zurückzukehren. Microsft will durch den Kauf von Yahoo seine Vormachtsstellung von Google zurück. Die Demokraten entscheiden, wer von ihnen das Weiße Haus zurückholen soll und dabei holt sich Obama Prozentpunkt für Prozentpunkt von Clinton zurück.

Und das alles natürlich nicht schön verteilt über mehrere Wochen, sondern konzentriert auf nur fünf Tage, in denen man selbstverständlich viel unterwegs ist. Wie soll man sich da vernünftig informieren?

Der Super Bowl findet natürlich auch noch statt, aber da fiel mir nichts ein, was zurückkommen könnte.

awkward

Sollte sich jemand noch nicht unwohl gefühlt haben heute, kann er sich gerne Mitt Romney beim Wahlkampf in Florida angucken:

Auch sehr schön die Frage von Jon Stewart (“On a scale from one to incredible stupid, how incredible stupid ist it…”) in einem interessanten Interview zu möglichen Problemen (ja, die gibt es!) der Demokraten bei der richtigen Wahl im November:

Und wenn wir schon bei Jon Stewart sind. Hier zwei Videos die zeigen welche Klasse dieser Mann hat und wie sehr so jemand in Deutschland erwünscht wäre.

Jon Stewart bei Crossfire (“It’s not so much that it’s bad, as it’s hurting America”):

Jon Stewart im Interview mit dem konservativen Chris Matthews:

Und für alle die jetzt mehr wollen: Die komplette The Daily Show gibt es täglich unter: www.thedailyshow.com

P.S. Das ist keine Werbung, ich find Jon Stewart einfach nur genial ;)